Tesla Model 3: Made in China

Der amerikanische Elektroautopionier Tesla ist schon seit längerem in China aktiv, startet nun aber mit dem Tesla Model 3 und der neuen Gigafactory 3 in Shanghai richtig durch. Die Chancen mit einem lokal in China produzierten Model 3 erfolgreich zu sein, sind gut und Tesla hat auch in China einen guten Namen.

Inhaltsverzeichnis

Tesla und der lange Weg

Schien Anfang des vergangenen Jahres der Plan von Elon Musk, eine eigene Produktion die sich zu 100% im Besitz von Tesla befindet zu scheitern. Zudem der Absatz von importierten Tesla Modelle durch den Handelsstreit zwischen den USA und China zu stottern begann. Und die Absatzchancen des auch in China so wichtigen Tesla Model 3 dadurch erheblich beeinträchtigt wurden. Schien es ein ganz langer und steiniger Weg für Tesla zu werden. Aber wie immer, es kam dann alles ganz anders als der geneigte Beobachter vermutete.

Elon Musk bei der Ground Breaking Zeremonie in Shanghai

Elon Musk schafft Fakten

Anfang Juli 2018 konnte sich Elon Musk mit der Stadtregierung von Shanghai zwecks einem Standort einigen und so wurden die Pläne für die neue Produktion von Tesla schnell konkreter. Unter dem Namen Gigafactory 3 wurde das Projekt speziell für die Produktion des Tesla Model 3 und später für das Model Y auf den Weg gebracht. Zudem kam die politische Führung mit der Entscheidung den Markt speziell für die Produktion von Elektroautos auch ausländischen Unternehmen zu öffnen Tesla entgegen. So konnte das Projekt Gigafactory 3 wie von Elon Musk geplant und gewünscht als unabhängiges Produktionsunternehmen in China auf den Weg gebracht werden.

Tesla Gigafactory 3 wird in Rekordzeit gebaut

Bereits im Januar 2019 wurde der Grundstein für den Neubau der Gigafactory 3 in Shanghai gelegt und in Rekordbauzeit von nur rund 5 Monaten bereits die Hülle der neuen Produktionsstätte des Tesla Model 3 in China erstellt.

Die neue Produktionsstätte nimmt dabei einen wesentlichen Part in der Strategie von Tesla für den so wichtigen Markt in China ein. Denn hier kann das auch für den chinesischen Markt so wichtige Tesla Model 3 lokal und außerhalb von Wirrungen und Handelsstreitigkeiten zollfrei produziert werden. Zudem ist die Produktion des Model 3 in China deutlich günstiger und bietet Tesla damit die Chance auch nachhaltig an seiner Ertragssituation zu arbeiten.

Tesla Model 3 in China

War Tesla auch in China bisher ein Nischenanbieter und nur für eine gut situierte Käuferschicht erreichbar, so ist man mit dem Tesla Model 3 „Made in China“ für ein deutlich größeres Publikum erreichbar. Unterstützt auch durch die konsequente Haltung der chinesischen Regierung pro Elektroautos und damit letztendlich auch pro Tesla, konnte der Verkauf des Tesla Model 3 in den ersten Monaten durchaus überzeugen. Die Marke Tesla genießt auch in China einen guten Ruf und mit in China produzierten Fahrzeugen sinkt auch der Verkaufspreis erheblich. Kostet das Tesla Model 3 in der Standard Range Plus Version aus amerikanischer Fertigung bisher 377.000 RMB – rund 48.500 Euro. So ist ein Model 3 aus komplett chinesischer Fertigung seit kurzem für knapp unter 300.000 RMB – also rund 38.000 Euro erhältlich und von diesem Preis geht dann noch die staatliche Förderung für Elektroautos in China ab. Damit ist das Tesla Model 3 auch für die chinesische Mittelschicht eine interessante Alternative. Ein chinesischer Käufer wird eher zu einem Tesla Model 3 als zu einer rein chinesischen Marke greifen, soweit der Kunde eine Limousine als Neuanschaffung im Auge hat.

Produktion ist voll angelaufen

Seit diesem Jahr läuft in China nun die Produktion und Fahrzeuge vom Tesla Model 3 aus chinesischer Produktion sind uneingeschränkt verfügbar. Wie in China üblich können Kunden Ihr Wunschfahrzeug innerhalb von 48 Stunden nach Kauf nun in Empfang nehmen und müssen nicht mehrere Monate auf die Lieferung eines Tesla Model 3 warten. Durch die nun vor kurzem durchgeführten Preissenkungen von Tesla für die Standard Range Version des Model 3, bekommen Tesla Käufer für dieses Modell auch weiterhin die staatliche Förderung. Die gerade angelaufene Produktion der Long Range Version mit Hinterradantrieb hingegen wird nur in den ersten drei Monaten nach Produktionsstart in den Genuss der Förderung kommen. Das Fahrzeug ist nach den neuen Förderrichtlinien schlicht zu teuer und kann nur von den beschlossenen Übergangsregelungen profitieren.