Elektro SUV ArcFox Alpha-T Verkauf startet

Auf der Beijing Auto Show wurde nun offiziell der Verkauf des ArcFox Alpha-T oder korrekt ArcFox αT bezeichneten Elektro SUV gestartet. Das erste echte Serienfahrzeug der Marke ArcFox wird dabei von Magna in deren neuem chinesischen Werk in Zhenjiang gebaut. Dabei ist der ArcFox Alpha-T die erste echte Joint Venture Zusammenarbeit zwischen der staatlichen BAIC Group und dem kanadisch-österreichischen Automobilzulieferer. Magna engagiert sich intensiv erst seit 2019 in China und kann mit dem Werk in Zhenjiang einen Jahresausstoß von rund 180.000 Fahrzeugen produzieren.

Gemeinschaftsmarke von Magna und BAIC

War ArcFox bisher als Automarke in erster Linie durch den ArcFox Lite und durch Konzeptfahrzeuge aufgefallen, so will die zwischenzeitlich zum Joint Venture von Magna und BAIC mutierte Marke nun mit dem Elektro SUV ArcFox Alpha-T sein erstes echtes Ausrufezeichen setzen. Strategisch hat man sich dabei wie einige weitere Hersteller rund um die Beijing Auto Show mit dem Rollout des Fahrzeugs positioniert, um noch rechtzeitig vor dem Produktionsstart von Tesla und dem Model Y in der Gigafactory 3 im nächsten Jahr in Shanghai am Start zu sein. Magna hat dabei mit dem gemeinsamen Werk mit BAIC im letzten Jahr einen wesentlichen Schritt beigetragen. Der Kontrakt zum gemeinsamen Rollout der Marke ArcFox in China wurde dabei mit der Elektroauto Tochter BJEV von BAIC geschlossen. Es ist zudem die erste Investition von Magna an einen Standort zur Fahrzeugproduktion außerhalb Europas und auch zugleich der erste Schritt weg vom reinen Auftragsfertiger, denn ArcFox ist ein echtes Marken Joint Venture der beiden Partner. 

Vom Supersportwagen zum Serien SUV

ArcFox ist als Marke oder besser bisher als Submarke von BAIC bisher eigentlich nur mit den Prototypen des elektrischen Supersportwagen ArcFox 7 (später GT genannt) aufgefallen und dem Zweisitzer ArcFox Lite. Der zwar ArcFox heisst aber eigentlich ein Elektroauto aus dem Regal der BAIC Elektroauto Tochter BJEV ist. Insofern führte die Marke ArcFox bisher in China eher ein Schattendasein. Mit dem ArcFox Alpha-T will man dies nun durchbrechen und sich gezielt als hochwertige Elektroautomarke positionieren. Dafür soll in China auch der Partner Magna herhalten, der in der ArcFox Kundenansprache mit seinen Auftragsfertigungen für Mercedes-Benz, BMW oder Jaguar beworben wird und damit klar den Qualitätsanspruch in den Vordergrund stellt. Der ArcFox Alpha-T wird deswegen auch nicht mit Kampfpreisen angeboten, sondern sortiert sich in der Preiskategorie mit Verkaufspreis ab 250.000 RMB in China ein. Zum Vergleich, ein WM Motors EX5 Pro startet nach Förderung bei 149.800 RMB, ein XPeng G3 nach Förderung bei 146.500 RMB und ein Aiways U5 in China bei 190.000 RMB.

ArcFox Alpha-T mit Qualitätsanspruch

Insofern ist es nicht weiter verwunderlich, dass der ArcFox Alpha-T mit anderen Werten als mit dem Preis glänzen soll. Dazu stellt man sich dann auch in Konkurrenz zu einem BYD Tang oder einem NIO ES6 beziehungsweise ab 2021 auch zu der in China gefertigten Version des Tesla Model Y. Dazu zählen neben Ausstattungsmerkmalen auch Reichweite und autonome Fahrfunktionen, die den ArcFox Alpha-T auszeichnen sollen. Dazu verfügt speziell der αT über drei Displays, die für Fahrinformationen und mit einem ungewöhnlichen Display in der Mittelkonsole zur Fahrzeugsteuerung eingesetzt werden. Das ebenfalls bisher eher ungewöhnliche und 20,3 Zoll lange Ultra-Wide HD Display über der Mittelkonsole im Dashboard ist hingegen für sämtliche Multimediafunktionen vorgesehen. Damit setzt ArcFox erstmals in einem Serienfahrzeug eine derartige kombinierte Displaylösung mit einem Ultra-Wide Display und klar zugeordneten Funktionsansätzen ein. Die Konkurrenz setzt bisher ausschließlich auf ein oder zwei Display Lösungen bzw. der BYTON Ansatz mit einem Ultra-Wide Display konnte bisher in einer Serienproduktion nicht umgesetzt werden.

Bis zu 650 Kilometer Reichweite

Ein weiteres Merkmal ist die Reichweite, die beim ArcFox Alpha-T bis zu 650 Kilometer nach NEFZ betragen soll. Angeboten wird der ArcFox Alpha-T mit zwei Akkuvarianten und mit drei Ausstattungsversionen. Wobei die Premiumversion im Standard mit Allradantrieb und dem großen Akku geliefert wird. Das große Akku besitzt eine Kapazität von 93,6 kWh und soll damit wie gesagt eine Reichweite von 600 in der AWD Version und bis zu 650 Kilometern in der Version mit reinem Heckantrieb ermöglichen. In der Basisversion ist der ArcFox Alpha-T mit einem 67,3 kWh Akku ausgestattet und bietet dabei eine Reichweite von rund 480 Kilometer. Preislich startet das Elektro SUV in der Basisversion und kleinem Akku bei umgerechnet knapp über 30.000 Euro und in der Premiumversion mit Allradantrieb und großem Akku bei umgerechnet rund 42.000 Euro. Damit bewegt man sich in China in etwa in der Preisklasse eines Tesla Model 3, wobei wie beim Tesla Model 3 nur die Basisversion noch unter die staatliche Förderung für Elektroautos fällt.

Autonome Komfortfunktionen

Ab der Basisversion wurden dem ArcFox Alpha-T bereits eine Reihe von autonomen Fahrfunktionen spendiert. So kommt auch erstmalig in einem Serienfahrzeug die 5G Technologie von Huawei zum Einsatz, damit sollen insbesondere Komfortfunktionen wie zum Beispiel das autonome Ein- oder Ausparken in komplexeren City Umgebung sicher und flüssig via Smartphone gesteuert werden können. Gleichzeitig ist der ArcFox Alpha-T das erste Serienfahrzeug das mit einem Autobahnassistenzsystem mit IMC Steuerung – also aktuelle Verkehrsflussdaten der Strecke werden mit einbezogen – ausgestattet ist. Ausgestattet ist der Elektro SUV zudem mit einer 540 Grad-Panorama-AR-Kamera die jegliche Arten von Hindernissen in der Umgebung erkennen soll.

Maximale Systemleistung von 320kW

Ansonsten kommt in der Basisversion des ArcFox Alpha-T ein Elektromotor mit 160kW Leistung zum Einsatz. In der Allrad Version werden zwei dieser Elektromotoren verbaut und so eine Systemleistung von 320kW realisiert. Damit lässt sich das Elektro SUV dann in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Integriert wurde natürlich auch eine Schnellladefunktion, damit lässt sich der kleine Akku innerhalb von 26 Minuten auf 80% laden und der große Akku benötigt für eine 80% Ladung rund 35 Minuten.

Ob der ArcFox Alpha-T zukünftig auch in Europa angeboten wird, wurde laut Auskunft von Magna auf der Beijing Auto Show noch nicht abschließend entschieden. Durch die enge Kooperation mit dem Entwicklungszentrum von MagnaSteyr in Graz und der damit verbundenen Nähe zum europäischen Markt, könnte das Joint Venture aber durchaus eine solche Option in naher Zukunft ins Auge zu fassen. Ausgeliefert wird der ArcFox Alpha-T in China in Stückzahl seit Anfang November, warten wir ab wie sich die Verkaufszahlen in den nächsten Monaten dort entwickeln werden.

Impressionen des ArcFox Alpha-T

In unserem Youtube Video haben wir für euch einige bewegte Impressionen des ArcFox Alpha-T zusammengestellt: